Wurzenpass, 1070 m
Wurzenpass, 1070 m

Was zeichnet die ersten Tage meiner Reise mehr aus als dieses Bild, entstanden auf dem Wurzenpass an der Grenze zwischen Österreich und Slowenien?

 

Neun Tage sind seit meiner Abreise vergangen, an denen ich mehr als 1.000 km zurückgelegt habe.

Von Deutschland aus ging es zunächst eine Schleife durch Frankreich, dann am Bodensee entlang, später durchs Allgäu und hinein nach Österreich. Von dort schließlich über Fernpass (1.120 m) und Brenner (1.370 m) nach Italien. Von Italien aus ging es erneut durchs Pustertal zurück nach Österreich und schließlich hinüber oder besser hinunter nach Slowenien.

 

Was hat nun die ersten Tage geprägt? Mit Sicherheit der Spätwinter und das kalte Wetter, verbunden mit tiefwinterlichen Verhältnissen auf nahezu der ganzen Strecke, angefangen vom Hochschwarzwald, dem Allgäu und dem kompletten Alpengebiet. Wie auf dem Bild oben zu sehen ist, lag der Schnee teilweise überfahrradhoch, sodass ich durch eine Art Canyon fahren musste - da fühlt man sich wie ein Carrera-Auto, das seine Bahn nicht verlassen kann!

 

Auch prägend, unangenehm und ermüdend war der allgegenwärtige Wind. Leider führte mich meine Route ja grob immer Richtung Südosten, sodass ich im Prinzip eine Woche lang stets gegen den Ostwind angefahren bin...puh...

 

Im Gesamtpaket war das Wetter also wenig einladend und erfreulich, was die ersten Tage wirklich hart gemacht hat. Die permanente Kälte war sehr zehrend und hat wenig Freude am "radeln" beschert.

Wenigstens war es weitgehend trocken, bislang hatte ich nur einen halben Tag mit Niederschlag!

 

Triglav-Massiv, Slowenien
Triglav-Massiv, Slowenien

Dennoch hielt speziell der Alpenraum natürlich tolle Natureindrücke bereit. Völlig beeindruckt war ich vom Triglav-Nationalpark in Slowenien. Der Anblick der Berge vom Wurzenpass aus kommend, besonders in ihrem noch winterlichen Gewand, erinnerte sehr an die chilenischen Anden, und bot phantastische Panoramen. Dies ist wohl eine Gegend der Alpen, die man in Deutschland kaum kennt, auch, da es von meiner Heimat aus 900 km bis dorthin zu fahren sind.

 

Trotz dieser Eindrücke waren die ersten Tage jedoch kein "Welten-Bummeln", sondern aufgrund der Umstände vom stetigen Vorankommen getrieben. Mein Tagesablauf bestand eigentlich nur aus Fahrrad fahren, schlafen und essen, für lange "Genusspausen" und Stadtbesichtigungen war es einfach zu kalt und unerträglich.

 

Einerseits finde ich das etwas schade, denn ich bin auf dem Weg sicherlich durch viele schöne Orte und attraktive Städte gekommen, die einen Besuch gelohnt hätten, andererseits hatte ich ja immer vor, möglichst schnell Richtung Mittelmeer zu kommen. Die heimatnahen Gebiete können ja immer noch erkundet werden :)

 

1.000ster Radelkilometer
1.000ster Radelkilometer

Und so kam es, dass ich in 8 1/2 Tagen kurz vor Ljubljana die ersten 1.000 km meiner Reise beendet habe, also fast 120 km pro Tag geradelt bin!

 

Nun gönne ich mir gerade zwei Tage Pause in Ljubljana und starte dann morgen Richtung Kroatien und Mittelmeer, welches ich wohl nach zwei Tagen erreichen werde.

 

Hier ist es inzwischen schon deutlich wärmer geworden und diese Tendenz soll sich fortsetzen! Daher werde ich jetzt also einen Gang zurückschalten, entschleunigen und hoffentlich mit etwas Verspätung in den nächsten Tagen und Wochen wirklich zum Weltenbummler werde!

 

Liebe Grüße an dieser Stelle an Gerhard aus Wien, Pharmavertreter und selbst Radler, der mir an einer Passhöhe in Österreich spontan eine Packung Magnesium-Sticks geschenkt hat! Vielen Dank und keine Sorge, ich habe sie nicht alle auf einmal genommen :)

 

Weitere Bilder siehe unter "Impressionen"